Ida und Bastian freuten sich schon seit Wochen auf Halloween. Endlich kam der Moment, an denen sie verkleidet durch den Ort ziehen konnten und „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ Ausrufen konnten. Für Maren und Fred war es auch eine spannende Zeit, denn sie freuten sich ebenfalls darauf, ihre Kinder mit Freunden ausgelassen im Dunkeln durchs Dorf ziehen zu lassen.
Maren war eher für die Vorbereitung der Geschenke für andere Kinder zuständig. Außerdem musste sie sich darum kümmern, dass Ida und Bastian auch möglichst gruselig aussahen. Also war es ihre Aufgabe, die Kinder entsprechend zu schminken und auch die gruseligen Kostüme zu entwerfen.

Happy Halloween
Schon Wochen vorher war es daher spannend, als was sich Ida und Bastian verkleiden wollten. Idas Wahl viel auf eine hübsche, blutsaugende Vampirin, der es nach Blut dürstete. Bastian mit seinen 4 Jahren war da eher konservativ. Er wollte ein Gespenst sein. Das Kostüm für Bastian war daher sehr schnell zusammen gestellt. Erst musste ein Bettlaken herhalten, welches in der Mitte ein Loch verpasst bekam, wo dann der Gespensterkopf rausgucken sollte. Dann war Fred an der Reihe, denn er war der bessere Zeichner. Er verzierte das Laken nun mit schaurigen Kürbissen und ekligen Spinnen, Fledermäusen und Fröschen, die er mit Textilfarbe auf das Gespenstergewand malte. Als er fertig war, bewunderten wir es alle und Bastian war richtig stolz darauf, ein so tolles Kostüm tragen zu können.
Ida war da anspruchsvoller, da sie mit ihren 9 Jahren schon als feine Lady ausgehen wollte. Ihr war es wichtig, in dunkles Schwarz gekleidet zu sein. Natürlich modisch und elegant, also ging es ins Einkaufscenter, was so kurz vor Halloween zahlreiche Kostüme für Kinder im Angebot hatte. Ida hatte aber eine feste Vorstellung und wollte nicht eines der hier angebotenen Kostüme tragen, da es ja passieren konnte, dass eine ihrer Freundinnen ebenfalls das gleiche Kostüm tragen konnte, was natürlich viel zu peinlich war.
Also entschloss sich Maren, eine schwarze Bluse mit Rüschen zu kaufen. Dazu eine schwarze Strumpfhose und einen kurzen schwarzen Rock. Natürlich durften auch entsprechende Accessoires nicht fehlen. Maren kaufte also noch einen Gürtel mit einer tollen Schnalle, die eine Spinne zierte. Neue Ohrringe mussten es natürlich auch noch sein. Kreolen, möglichst groß und auffallend. Zu guter Letzt fand sich auch noch eine ansprechende Kette, die ein magischer Stein schmückte. Das tragen alle großen Vampire, erläuterte Ida, was so viel heißen sollte, wie Mama, das ist in.
Zu Hause angekommen, schlüpfte Ida gleich in ihr neues Outfit. Maren musste zugeben, dass Ida darin wirklich toll aussah. Irgendwie wie eine kleine Lady, oh Vampirin.
Dann kam endlich Halloween. Die Kinder waren bereits morgens außer Rand und Band. Bastian rannte durch die Wohnung und versuchte jeden zu erschrecken. Natürlich trug er sein Gespensterkostüm. Wir spielten das Spiel gerne mit. Nur Ida fühlte sich scheinbar in ihrer Umkleidephase etwas gestört.
Der Abend kam und mit ihm die zur Tradition gewordene Halloween-Geschichte von Fred. Fred verstand es wie kein anderer, Kindergeschichten aus dem Hut zu zaubern. Ihm fielen immer tolle Storys ein, die von den Kindern geliebt wurden. Zu Halloween musste es natürlich eine Spukgeschichte sein.
Die drei verkrochen sich dazu im Kinderzimmer, welches natürlich dunkel sein musste. Nur ein paar Kerzen waren im Zimmer und verliehen diesem den gruseligen Touch. Die Geschichte drehte sich darum, wie Kinder zu Halloween durch einen Ort zogen und viel Süßes geschenkt bekamen. Dann hatte sich jedoch ein echter, aber liebenswerter Geist unter die Kinder gemischt, weil er auch einmal Halloween erleben wollte. Die Kinder freundeten sich mit dem Geist an und der machte im Dorf gemeinsam mit den Kindern so manchen derben Spaß. Maren bereitete in der Zeit die kleine Schatztruhe vor, aus der sich alle kleinen Gespenster, die an der Tür klingelten und nach Süßen verlangten, einige Süßigkeiten nehmen durften. Sie hörte die Kinder und Fred ausgelassen lachen und wusste, dass seine Geschichte mal wieder eines der Highlights von Halloween war.
Maren bereitete nun noch die Kinderschminke vor, denn neben den Kostümen war das Schminken der Kinder am wichtigsten. Bastian wollte natürlich wie ein echtes Gespenst aussehen und Ida wollte auch bleich wie ein Vampir wirken.
Als die beiden in die Küche kamen, ging es dann auch sofort los. Bastian und Ida stritten sich zuerst, wer als erste dran sein sollte. Ida merkte man in diesem Moment wieder ihre größere Reife an, denn sie überließ Bastian den Vortritt.
Bastian wurde weiß geschminkt und die Lippen sowie die Augen wurden in tiefes Schwarz gehüllt. Er sah schon ein wenig gruselig aus. Als Maren mit Bastian fertig war, ging dieser auch sofort in ein gespenstiges Heulen über.
Maren gefiel es sehr Kinder schminken zu können, tauchte sie diese doch dadurch in eine eigene Welt ein. Ida war nun dran und sie wusste genau, wie sie geschminkt werden wollte. Ein kühles, weißes Gesicht, aber nicht zu weiß. Dazu rote Lippen, von denen Blut laufen sollte. Am Hals wollte sie außerdem die Typischen Bissmahle von Vampiren. Als Maren fertig war, betrachte sich Ida etwas länger im Spiegel und nickte dann kurz. Das sollte heißen, perfekt Mama.
Kurze Zeit später klingelte es schon und einige Freunde von Ida und Bastian standen vor der Tür. Dann zogen sie los und verbreiteten Angst und Schrecken im Dorf. Viele Bonbons und andere Süßigkeiten fanden dabei den Weg in ihre Beutel. Fred ging sicherheitshalber mit, denn es konnte ja sein, dass der Geist aus der Geschichte auftauschen konnte. Die Kinder lachten nur und freuten sich darüber, dass Fred mitging, denn so brauchte sie vor größeren Kindern, die ebenfalls als Geister unterwegs waren, keine Angst zu haben.
Fred und Maren hatten sich aber mit den Nachbarn, die sehr gute Freunde waren etwas besonderes überlegt. Fred hatte schon vorher mit den Kindern zusammen tolle Kürbisse zu Kürbisgesichtern werden lassen, in denen nun Kerzen leuchteten und dem Haus ein wirklich tolles Aussehen verliehen. Außerdem hatten die beiden Männer ein Seil vom Baum gegenüber zum Fenster in der oberen Etage gespannt, welches sie nun hin und herziehen konnten.
Die Kinder wussten nichts davon. Martin, unser Nachbar und ich befestigten nun an dem Seil ein altes Laken, was wir vorher schon ein wenig bemalt hatten, so dass es wie ein echtes Gespenst aussah. Martin ging nun nach oben und wartete auf ein Zeichen von uns. Wir sollten mit der Taschenlampe kurz ins Fenster leuchten, wenn die Kinder kamen. Er wollte dann das Gespenst im Baum zum Haus fliegen lassen.
Es dauerte auch nicht lange, und die lachenden Stimmen der Kinder waren zu hören. Als die Kinder und Fred circa 20 Meter entfernt waren, gab ich Martin unauffällig das vereinbarte Zeichen. Martin zog am Seil und heulte wie ein Gespenst. Die Kinder schrieen vor Schreck auf und Bastian versteckte sich sogar hinter Fred. Selbst Ida war scheinbar der Schreck in die Glieder gefahren, da das Gespenst immer wieder mit lauten Heulen von Baum zu Haus und zurück flog.
Ida erkannte zuerst Martins Stimme und schrie laut „Onkel Martin ist das Gespenst!“. Die Kinder fingen an zu lachen und freuten sich ausgiebig, so hereingelegt worden zu sein. Das Gespenst im Baum war natürlich den ganzen Abend Gesprächsstoff. Bastian erzählte, dass er überhaupt keine Angst hatte, was ihm natürlich alle abnahmen. Die Kinder und auch die Erwachsenen ließen den Abend bei schönem Essen und Getränken ausklingen. Es gab natürlich nur Halloween gerechtes Essen, also gegrillte Finger (Würste) und Hexenbräu.
Halloween war ein voller Erfolg und die Kinder sind nun schon gespannt, was sich Fred und Martin zum nächsten Halloween einfallen lassen werden.
Autor: MyZero
Illustration: MyZero
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